Bericht
Eine Stunde, dreißig Minuten und siebzehn Minuten nach dem Start kam der amtierende Weltmeister Sebastian Vettel vor seinen Dreiundzwanzig Kontrahenten ins Ziel und gewann erstmals den Großen Preis der Türkei. Zweiter wurde Teamkollege Mark Webber, der sich mehrere Runden mit Fernando Alonso (Platz 3) packende Duelle lieferte. Vierter wurde nach einem verpatzten Boxenstopp Lewis Hamilton (McLaren Mercedes) vor Nico Rosberg (MercedesGP) und Jenson Button (McLaren Mercedes). Lotus Renault Pilot Nick Heidfeld wurde vor Teamkollege Vitaly Petrov Siebter. Sebastién Buemi (Toro Rosso) wurde Neunter vor Kamui Kobayashi, der als letzter starten musste (konnte im Qualifying keine gezeitete runde fahren) und den letzten WM Punkt aus der Türkei mitnahm. Ferrari-Pilot Felipe Massa wurde Elfter vor Michael Schumacher (MercedesGP), Adrian Sutil (Force India), Sergio Pérez (Sauber), Rubens Barrichello (Williams), Jaime Alguersuari (Toro Rosso) und Pastor Maldonado (Williams). Als Bester der neuen Teams aus dem letzten Jahr kam Jarno Trulli im Team Lotus vor Teamkollege Heikki Kovalainen, Jerome D'Ambrosio (Virgin) und den HRT Piloten Narain Karthikeyan und Vitantonio Liuzzi ins Ziel.
Einzig Paul di Resta (Force India) musste das Rennen nach 44 Runden mit einem Defekt beenden. Timo Glock konnte gar nicht erst am Rennen Teil nehmen. Getriebeprobleme verhinderten einen Start des Virgin Piloten.
Unaufholbar? Sebastian Vettel fährt allen davon.
Ohne einen Fehler zu machen kreiste der Heppenheimer 58 mal über die Strecke am Istanbul Park und ließ an seiner Dominanz in keiner Phase des Rennens Zweifel aufkommen. Er leistete sich sogar gegen Ende des Rennens noch einen Sicherheitsstopp und wechselte noch ein Mal die Reifen. Selbst Teamkollege und Hauptkonkurrent Mark Webber konnte dem Weltmeister nicht gefährlich werden. Stattdessen musste sich der Australier mit Fernando Alonso um den zweiten Platz streiten. Rundenlang lieferten sich der Ferrari Pilot und der Red Bull Pilot Rad an Rad Zweikämpfe. Am Ende konnte sich dann Mark Webber gegen Alonso durchsetzen und verwies Alonso auf den dritten Platz. Dieser war jedoch erfreut über die Rennperformance seines Ferraris. Nur bei den Qualifying – Stints müssen sich die Italiener noch steigern, um Red Bull wirklich gefährlich zu werden.
Rad an Rad … Motorsportherz, was willst Du mehr?
Was war das für ein packendes Rennen. Neben den Duellen zwischen Webber und Alonso gab es unzählige Überholmanöver und spannende Zweikämpfe. Zum Beispiel lieferten sich, wie auch letztes Jahr, die beiden McLaren Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button spannende Zweikämpfe. Dank des DRS-Systems überholten sich die Piloten reihenweise gegenseitig. DRS (Drag Reduction System ) sind verstellbare Heckflügel, die an einer bestimmten Stelle den Luftwiderstand verringert. Der Pilot, der höchstens eine Sekunde hinter seinem vorausfahrenden Konkurrenten klebt, darf an einer festgelegten Stelle das System einsetzen. Somit gewinnt er etwa 10 bis 15 km/h und hat am Ende der Graden die Möglichkeit, zu überholen. Eine Runde später hat dann der Überholte die Chance zum Konter. Auch die Reifen von Pirelli, die nicht so lange halten wie die Bridgestone vom letzten Jahr, erhöhten noch den Spannungsfaktor durch mehr Boxenstopps. Zum Schluss bleibt dem Piloten noch das KERS – System (Energierückgewinnung), um eine Kontrahenten zu überholen oder ihm eben das zu erschweren. Zwar verliert der Zuschauer leicht den Überblick (wer kann noch Kers verwenden, wer hat den Heckflügel hoch gestellt und wer muss noch wie oft an die Box), dennoch erhöht dies die Spannung in der Königsklasse.
Kollision ruinierte Schumachers Rennen
In der Anfangsphase des Rennens lag Schumacher, der von Position Acht aus ins Rennen ging, auf Rang Sieben vor Vitaly Petrov (Lotus Renault). Als dieser dann am Ende der DRS-Zone innen an Schumacher vorbei wollte, machte dieser keinen Platz, was zu einer Kollision führt. Dabei beschädigte sich der Mercedes-Pilot seinen Frontflügel und musste an die Box. Schumacher räumte eine eigene Schuld ein und kommentierte dies nach dem Rennen: "Ich muss mir das noch einmal anschauen, weil es sehr überraschend war. Ich habe mitbekommen, dass er die Innenseite gewählt hat, obwohl ich die eng gemacht habe. Er ist reingestochen - das ist sein Recht - es war also alles normal" Vitaly Petrov konnte ohne Schaden am Lotus-Renault das Rennen fortsetzen.
Teamärger bei Lotus-Renault
Beim Team Lotus bahnt sich ein Machtkampf an. Als Nick Heidfeld an seinen Teamkollegen vorbei wollte, drängte dieser den deutschen fast in die Boxengasse. Heidfeld kommentierte dies: "Es war nicht optimal wie wir teamintern gearbeitet haben. Wir werden sicher noch mal darüber sprechen. Es war jetzt nicht dramatisch, aber es hätte besser laufen können."
Bei dieser Aktion brach am Renault von Heidfeld ein Teil vom Flügel ab, was im späteren Verlauf des Rennens für ihn nicht dienlich war und ihm sicherlich ein oder zwei Plätze kostete.
Williams Probleme mit dem KERS
Unzufrieden analysierte Sam Michael das Rennen in der Türkei: "Wir brachten beide Autos ins Ziel, aber wir waren heute einfach nicht schnell genug". Die Reifen bauten zu schnell ab und die Rundenzeiten fielen in den Keller. Auch mit dem KERS hatten die Williamspiloten zu kämpfen. Barrichello konnte beim Bremsen sein Kers nicht aufladen, so dass ihm die zusätzlichen PS auf den Graden fehlte. Pastor Maldonado kämpfte nicht nur mit Übersteuern, sondern mit zu hoher Geschwindigkeit, jedoch in der Boxengasse. Eine unnötige Durchfahrtsstrafe war die Folge. Michael schaut jedoch zuversichtlich in die Zukunft: "Wir hoffen, dass die Updates für Barcelona unserem Auto einen Schub geben"
WM-Stand: Vettel vor Hamilton
Sebastian Vettel baute seinen WM-Stand weiter aus und hat nun 93 Punkte auf seinem Konto. Zweiter ist Lewis Hamilton mit 59 Punkte vor Mark Webber (55), Jenson Button (46) und den Ferrari-Piloten Fernando Alonso (41) und Felipe Massa mit 24 WM-Punkten. Nick Heidfeld liegt mit 21 Zählern punktgleich mit seinem Teamkollegen Petrov auf Position Sieben. Dahinter Nico Rosberg (20 Punkte) vor Kamui Kobayashi (8) und den Punktgleichen Michael Schumacher und Sebastién Buemi (je 6 Punkte). Die Teamkollegen Adrian Sutil und Paul di Resta liegen mit je 2 Punkten am Endes des Tableau.
... von Stephan Gerasch [formel1de.com]
Einzig Paul di Resta (Force India) musste das Rennen nach 44 Runden mit einem Defekt beenden. Timo Glock konnte gar nicht erst am Rennen Teil nehmen. Getriebeprobleme verhinderten einen Start des Virgin Piloten.
Ohne einen Fehler zu machen kreiste der Heppenheimer 58 mal über die Strecke am Istanbul Park und ließ an seiner Dominanz in keiner Phase des Rennens Zweifel aufkommen. Er leistete sich sogar gegen Ende des Rennens noch einen Sicherheitsstopp und wechselte noch ein Mal die Reifen. Selbst Teamkollege und Hauptkonkurrent Mark Webber konnte dem Weltmeister nicht gefährlich werden. Stattdessen musste sich der Australier mit Fernando Alonso um den zweiten Platz streiten. Rundenlang lieferten sich der Ferrari Pilot und der Red Bull Pilot Rad an Rad Zweikämpfe. Am Ende konnte sich dann Mark Webber gegen Alonso durchsetzen und verwies Alonso auf den dritten Platz. Dieser war jedoch erfreut über die Rennperformance seines Ferraris. Nur bei den Qualifying – Stints müssen sich die Italiener noch steigern, um Red Bull wirklich gefährlich zu werden.
Was war das für ein packendes Rennen. Neben den Duellen zwischen Webber und Alonso gab es unzählige Überholmanöver und spannende Zweikämpfe. Zum Beispiel lieferten sich, wie auch letztes Jahr, die beiden McLaren Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button spannende Zweikämpfe. Dank des DRS-Systems überholten sich die Piloten reihenweise gegenseitig. DRS (Drag Reduction System ) sind verstellbare Heckflügel, die an einer bestimmten Stelle den Luftwiderstand verringert. Der Pilot, der höchstens eine Sekunde hinter seinem vorausfahrenden Konkurrenten klebt, darf an einer festgelegten Stelle das System einsetzen. Somit gewinnt er etwa 10 bis 15 km/h und hat am Ende der Graden die Möglichkeit, zu überholen. Eine Runde später hat dann der Überholte die Chance zum Konter. Auch die Reifen von Pirelli, die nicht so lange halten wie die Bridgestone vom letzten Jahr, erhöhten noch den Spannungsfaktor durch mehr Boxenstopps. Zum Schluss bleibt dem Piloten noch das KERS – System (Energierückgewinnung), um eine Kontrahenten zu überholen oder ihm eben das zu erschweren. Zwar verliert der Zuschauer leicht den Überblick (wer kann noch Kers verwenden, wer hat den Heckflügel hoch gestellt und wer muss noch wie oft an die Box), dennoch erhöht dies die Spannung in der Königsklasse.
In der Anfangsphase des Rennens lag Schumacher, der von Position Acht aus ins Rennen ging, auf Rang Sieben vor Vitaly Petrov (Lotus Renault). Als dieser dann am Ende der DRS-Zone innen an Schumacher vorbei wollte, machte dieser keinen Platz, was zu einer Kollision führt. Dabei beschädigte sich der Mercedes-Pilot seinen Frontflügel und musste an die Box. Schumacher räumte eine eigene Schuld ein und kommentierte dies nach dem Rennen: "Ich muss mir das noch einmal anschauen, weil es sehr überraschend war. Ich habe mitbekommen, dass er die Innenseite gewählt hat, obwohl ich die eng gemacht habe. Er ist reingestochen - das ist sein Recht - es war also alles normal" Vitaly Petrov konnte ohne Schaden am Lotus-Renault das Rennen fortsetzen.
Beim Team Lotus bahnt sich ein Machtkampf an. Als Nick Heidfeld an seinen Teamkollegen vorbei wollte, drängte dieser den deutschen fast in die Boxengasse. Heidfeld kommentierte dies: "Es war nicht optimal wie wir teamintern gearbeitet haben. Wir werden sicher noch mal darüber sprechen. Es war jetzt nicht dramatisch, aber es hätte besser laufen können."
Bei dieser Aktion brach am Renault von Heidfeld ein Teil vom Flügel ab, was im späteren Verlauf des Rennens für ihn nicht dienlich war und ihm sicherlich ein oder zwei Plätze kostete.
Unzufrieden analysierte Sam Michael das Rennen in der Türkei: "Wir brachten beide Autos ins Ziel, aber wir waren heute einfach nicht schnell genug". Die Reifen bauten zu schnell ab und die Rundenzeiten fielen in den Keller. Auch mit dem KERS hatten die Williamspiloten zu kämpfen. Barrichello konnte beim Bremsen sein Kers nicht aufladen, so dass ihm die zusätzlichen PS auf den Graden fehlte. Pastor Maldonado kämpfte nicht nur mit Übersteuern, sondern mit zu hoher Geschwindigkeit, jedoch in der Boxengasse. Eine unnötige Durchfahrtsstrafe war die Folge. Michael schaut jedoch zuversichtlich in die Zukunft: "Wir hoffen, dass die Updates für Barcelona unserem Auto einen Schub geben"
Sebastian Vettel baute seinen WM-Stand weiter aus und hat nun 93 Punkte auf seinem Konto. Zweiter ist Lewis Hamilton mit 59 Punkte vor Mark Webber (55), Jenson Button (46) und den Ferrari-Piloten Fernando Alonso (41) und Felipe Massa mit 24 WM-Punkten. Nick Heidfeld liegt mit 21 Zählern punktgleich mit seinem Teamkollegen Petrov auf Position Sieben. Dahinter Nico Rosberg (20 Punkte) vor Kamui Kobayashi (8) und den Punktgleichen Michael Schumacher und Sebastién Buemi (je 6 Punkte). Die Teamkollegen Adrian Sutil und Paul di Resta liegen mit je 2 Punkten am Endes des Tableau.
... von Stephan Gerasch [formel1de.com]