Norris auf Pole, Hamilton Letzter
Lando Norris im McLaren hat im Qualifying zum Großen Preis von Las Vegas eine beeindruckende Leistung gezeigt und sich seine dritte Pole-Position in Folge gesichert. Der Führende der Fahrer-Weltmeisterschaft 2025 meisterte die durch anhaltenden Regen tückisch nasse Strecke und fuhr mit 1:47.934 eine Zeit, die fast drei Zehntel schneller war als die seines härtesten Rivalen Max Verstappen im Red Bull auf Platz zwei.
Für eine weitere positive Überraschung sorgte Carlos Sainz im Williams. Der Spanier setzte seine starke Qualifying-Form fort und sicherte sich den dritten Startplatz, knapp vor George Russell im Mercedes (P4). Russell hatte zuvor sowohl Q1 als auch Q2 bei den widrigsten Bedingungen dominiert, konnte aber im entscheidenden dritten Segment nicht kontern.
Norris\' direkter Titelkonkurrent Oscar Piastri im McLaren landete nach einem Ausflug in die Auslaufzone in Kurve 12 nur auf dem fünften Rang. Die Top 10 komplettierten Liam Lawson im Racing Bulls (P6), Fernando Alonso im Aston Martin (P7), Isack Hadjar im Racing Bulls (P8), Charles Leclerc im Ferrari (P9) und Pierre Gasly im Alpine (P10).
Der deutsche Fahrer Nico Hülkenberg im Kick Sauber verpasste den Einzug in Q3 knapp und belegte den elften Platz, während Esteban Ocon und Ollie Bearman im Haas das Qualifying auf P13 bzw. P14 beendeten. Für den siebenmaligen Weltmeister Lewis Hamilton im Ferrari endete die Session auf dem letzten Platz (P20), da er auf den Wet-Reifen keinerlei Performance abrufen konnte. Auch Alex Albon im Williams schied bereits in Q1 nach einer Mauerkollision aus.
Sessionverlauf: Von Chaos zu Intermediates
Q1: Dramatisches Aus für Hamilton und Albon
Nachdem bereits das 3. Freie Training unter nassen Bedingungen stattgefunden hatte, verschlechterte sich die Strecke durch anhaltenden Regen vor dem Qualifying drastisch. Die meisten Piloten starteten auf Intermediates, wechselten aber schnell auf die Full-Wet-Reifen, da die Menge an stehendem Wasser zunahm. Zahlreiche Fahrer gerieten in der Auslaufzone von Kurve 14 ins Rutschen. George Russell im Mercedes bewies frühe Stärke und setzte mit 1:53.144 die Bestzeit. Für Alex Albon im Williams war das Qualifying vorzeitig beendet, nachdem er in den letzten Minuten in Kurve 16 die Mauer touchierte und die Vorderradaufhängung brach. Die größte Überraschung war das Ausscheiden von Lewis Hamilton im Ferrari auf P20, der die Reifen nicht auf Temperatur bekam.
Ausgeschieden: Albon, Antonelli, Bortoleto, Tsunoda, Hamilton.
Q2: Russell weiterhin Schnellster, Hülkenberg scheidet aus
In Q2 blieben alle Autos auf den Full-Wets, wobei die Bestzeiten ständig wechselten. Russell im Mercedes zeigte sich erneut unbeeindruckt und verbesserte die Bestzeit auf 1:50.935, knapp vor Hadjar im Racing Bulls. Die Bedingungen blieben anspruchsvoll, was insbesondere Franco Colapinto im Alpine zu spüren bekam, der in den Kurven 14/15/16 einen massiven Übersteuermoment abfing. Nico Hülkenberg im Kick Sauber fehlte am Ende eine halbe Sekunde auf Q3, womit er auf P11 ausschied.
Ausgeschieden: Hülkenberg, Stroll, Ocon, Bearman, Colapinto.
Q3: Norris\' Nervenstärke siegt
Im finalen Segment reichte die Streckenbesserung aus, um auf Intermediates zu wechseln. Das Beste der Bedingungen wurde erst ganz zum Schluss erwartet, und die Piloten lieferten sich ein Sekunden-Duell. Nachdem Sainz und Verstappen die Spitze übernommen hatten, konterte Norris im McLaren. Trotz eines Rucks in der Ausfahrt von Kurve 16 setzte er die unschlagbare Zeit von 1:47.934 und sicherte sich die Pole. Piastri verlor Zeit, als er eine Gelbphase vor sich hatte und in Kurve 12 weit hinausfuhr.
Pilotenstimmen
Lando Norris (McLaren): „Es war stressig, höllisch stressig! Ich wusste nicht, dass nach mir niemand mehr eine Runde schaffen würde. Ich hatte das Gefühl, die ersten beiden Sektoren waren gut, aber es ist so rutschig da draußen. Sobald man den Randstein etwas falsch trifft, wie ich es getan habe, bricht das Auto weg, man verliert das Auto auf die andere Seite, beinahe die Mauer getroffen, aber es hat für P1 gereicht heute. Nicht die angenehmsten Bedingungen, aber ich bin froh, dass es aufgehört hat zu regnen und wir ein gutes Qualifying hatten.“
Lewis Hamilton (Ferrari): Beschwerte sich über den Funk, dass er „die Reifen nicht zum Arbeiten bringen konnte.“