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Strategie-Fehler kostet Piastri den Sieg – Verstappen nutzt seine Chance in Imola

Imola | 18.05.2025 13:00 UTC
Bericht

Verstappen triumphiert in Imola – Turbulentes Rennen fordert McLaren heraus

Imola (Italien) – In einem ereignisreichen Formel-1-Rennen in Imola sicherte sich Max Verstappen im Red Bull einen beeindruckenden Sieg. Der Niederländer überholte Polesitter Oscar Piastri im McLaren direkt beim Start und kontrollierte das Rennen anschließend souverän, trotz mehrerer Safety-Car-Phasen. Für McLaren und insbesondere Piastri entwickelte sich das Rennen zu einem strategischen Fiasko.

Der Grundstein für Verstappens Triumph wurde bereits in der ersten Schikane gelegt. Nach einem guten Start von Piastri setzte Verstappen im Anbremsen zum Tamburello-S die entscheidende Attacke und zog außen am McLaren vorbei. Red Bull reagierte in der Folge nicht auf einen frühen Stopp von Piastri, und profitierte später von einem Virtuellen Safety Car (VSC) zur perfekten Zeit für den eigenen Reifenwechsel. Auch beim finalen Restart nach einem Safety Car ließ Verstappen nichts anbrennen und fuhr den Sieg ungefährdet nach Hause.

Hinter dem entfesselten Verstappen entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Lando Norris im McLaren zeigte eine starke Leistung und sicherte sich Platz zwei, nachdem er Piastri in einem direkten Duell überholte. Für Piastri lief unterdessen alles schief. Ein zu früher Reifenwechsel auf Hard-Reifen in Runde 14 warf ihn zurück. Gegen Rennende hatte er mit stark abbauenden Reifen keine Chance mehr gegen den attackierenden Norris.

Alex Albon im Williams und Lewis Hamilton im Ferrari zeigten hingegen strategisch kluge Rennen und komplettierten die Top-Fünf. Albon profitierte von einem späten Duell zwischen Hamilton und Charles Leclerc im zweiten Ferrari, in dem Leclerc den Williams-Piloten in Kurve 1 ins Kiesbett zwang, ihm den Platz aber in der letzten Runde auf Anweisung des Teams wieder zurückgab. George Russell im zweiten Mercedes, Carlos Sainz im zweiten Williams, Isack Hadjar im Racing Bulls und Yuki Tsunoda im zweiten Racing Bulls komplettierten die Punkteränge.

Für Aston Martin verlief das Rennen enttäuschend. Nach einem starken Qualifying konnten Fernando Alonso und Lance Stroll im Rennen die Performance nicht bestätigen und blieben ohne Punkte. Auch Nico Hülkenberg im Haas verpasste die Top-Ten knapp.

Die Schlüsselmomente des Rennens:

  • Sensationsstart von Verstappen: Der Niederländer schnappte sich die Führung mit einem beeindruckenden Manöver in der ersten Schikane.
  • Fehlentscheidung bei Piastri: Ein zu früher Boxenstopp ruinierte das Rennen des McLaren-Piloten.
  • Norris kämpft sich auf P2: Der Brite zeigte eine starke Aufholjagd und überholte seinen Teamkollegen.
  • VSC und Safety Car mischen das Feld auf: Strategien wurden über den Haufen geworfen und neue Möglichkeiten entstanden.
  • Harte Duelle im Mittelfeld: Leclerc und Albon lieferten sich einen intensiven Kampf um Positionen.

WM-Stand: Piastris Vorsprung schmilzt

Trotz des dritten Platzes schrumpfte Oscar Piastris Vorsprung in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Mit nun 146 Punkten liegt er nur noch 13 Zähler vor Lando Norris und 22 Punkte vor Max Verstappen. In der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft baute McLaren seinen Vorsprung auf Mercedes auf 105 Punkte aus. Williams festigte mit 51 Zählern den fünften Rang.

Der Rennverlauf im Detail: Ein Wechselbad der Gefühle

Das Rennen begann unter strahlendem Sonnenschein und bei 45 Grad Streckentemperatur, wobei fast das gesamte Feld auf Medium-Reifen startete. Nur Lewis Hamilton im Ferrari, Kimi Antonelli im Mercedes, Nico Hülkenberg im Kick Sauber, Ollie Bearman im Haas und Yuki Tsunoda im Red Bull wagten den Pokereinsatz mit Hard-Reifen. Tsunoda musste nach seinem Unfall im Qualifying ohnehin aus der Boxengasse starten, nachdem Red Bull Chassis und Motor seines Boliden gewechselt hatte.

Der Blitzstart und Verstappens Geniestreich: Als die Lichter ausgingen, erwischte Polesitter Oscar Piastri im McLaren zunächst den besseren Start. Doch Max Verstappen, bekannt für seine aggressiven und präzisen Manöver, zögerte keine Sekunde. Mit einem herausragenden Bremsmanöver vor der Tamburello-Schikane setzte er sich außen neben den McLaren und zog vorbei. Eine Sensation schon in den ersten Sekunden, die den Grundstein für seinen Sieg legte.

Hinter den beiden sortierte sich das Feld. Pierre Gasly im Alpine und George Russell im Mercedes gewannen zwei Plätze gegen Isack Hadjar im Racing Bulls. Bereits in der zweiten Runde kam es zu einer ersten Berührung, als Charles Leclerc im Ferrari Gasly in Piratella ins Kiesbett drängte. Der Alpine fiel bis auf P14 zurück.

Die frühe Strategie-Falle und das Mittelfeld-Chaos: Verstappen und Piastri setzten sich schnell von Russell ab, der Norris im McLaren nur bis Runde 11 halten konnte. Norris zwängte sich mit einem harten Manöver außen in Villeneuve vorbei, während Russell stark mit dem Heck seines Mercedes haderte. Schon auf den Einführungsrunde hatte er Bedenken geäußert und später sogar spekuliert, ob die Spurstange gebrochen sei – was das Team jedoch nicht bestätigen konnte.

In einem langen DRS-Zug pokerte Charles Leclerc in Runde 11 mit einem äußerst frühen Boxenstopp. In freier Fahrt war er plötzlich massiv schneller. Russell kam eine Runde später, hatte aber bereits den Platz an den Racing Bulls verloren. Dies lockte immer mehr Fahrer an die Box, und in Runde 14 dann auch Piastri. Verstappen und Norris blieben jedoch draußen.

Piastri blieb zwar vor Leclerc, lief aber wenige Runden später auf den Teil des Mittelfeldes auf, der noch nicht gestoppt hatte. Yuki Tsunoda, am Ende dieser Schlange, erhielt zwar die Anweisung, Piastri einzubremsen, scheiterte aber kläglich. Piastri fertigte die Mittelfeldler recht zügig ab, verlor aber in diesem Zeitraum eine Sekunde pro Runde auf Verstappen und Norris, deren alte Reifen sich zu erholen schienen.

Das VSC-Geschenk für Verstappen: Norris kam vorne nur unwesentlich an Verstappen näher heran. In Runde 29 entschieden die McLaren-Strategen dann auf einen Stopp für Norris – eine bittere Entscheidung. Nur Sekunden später rollte Esteban Ocon im Haas den Berg hoch mit Defekt aus und sorgte für ein Virtuelles Safety Car. Ein Geschenk für Verstappen und die verbleibenden Einstopper, die jetzt ihren einzigen Wechsel zum Billig-Tarif ableisten konnten.

Beim Restart in Runde 31 war Verstappen so statt 9 jetzt 19 Sekunden vor Norris und 25 Sekunden vor dem neuen Dritten Alex Albon im Williams, der ebenfalls davon profitierte, nicht auf den Leclerc-Stopp hereingefallen zu sein. Piastri nutzte das VSC für seinen zweiten Stopp, fiel so aber 7 Sekunden hinter Albon auf P4 zurück. Bis Runde 40 brauchte er, um den Williams einzuholen und vorbeizugehen.

Das Safety Car und das wilde Finale: Kaum schien sich das Rennen nun zu entspannen, rollte in Runde 46 Kimi Antonelli im Mercedes hin zu Piratella aus. Etwas weiter vorne als Ocon, daher musste man diesmal ein Bergefahrzeug rausschicken – und deshalb entschied die Rennleitung jetzt auf Safety Car.

Verstappen holte sich gleich neue Hard-Reifen. Piastri blieb draußen, da er keine mehr hatte, daher war er jetzt auf alten Hard-Reifen Zweiter vor Norris, der gewechselt hatte. Leclerc auf P4 hatte wiederum alte Reifen, Albon hinter ihm neue, dann kam Russell mit alten, Hamilton mit neuen, Sainz mit alten, Hadjar mit neuen und Hülkenberg auf dem letzten Punkterang mit alten Reifen.

Leclerc zitterte mit den alten Reifen vor dem Restart: \"Ich weiß nicht, ob sich überhaupt Punkte da ausgehen.\" Auch Norris deponierte eine Bitte beim Team: \"Oscars Reifen sehen ziemlich tot aus. Ich will nicht vorbeigelassen werden, aber wir sollten uns nicht zu hart bekämpfen.\" In Runde 54 wurde für einen Schluss-Sprint freigegeben.

Das McLaren-Duell und die letzten Runden-Dramen: Wenig überraschend vergrößerte Verstappen den Abstand, während Piastri mit seinen alten Reifen Norris aufhielt. Der McLaren-Kommandostand griff nicht ein. In Runde 58 setzte sich Norris sauber außen in Tamburello im offenen Kampf durch und schnappte sich P2. Leclerc hielt dahinter Albon hingegen mit harten Bandagen auf. In Runde 60 drückte er einen außen in Tamburello angreifenden Williams ins Kies. Dadurch schlüpfte auch Hamilton durch und ging sofort auch an Leclerc vorbei.

Piastri rettete sich gerade noch vor Hamilton über die Linie. Leclerc gab Albon auf Teamanweisung in der letzten Runde den fünften Platz zurück, nachdem die Stewards den Vorfall untersuchten. Russell, Sainz und Tsunoda fuhren die letzten Punkte ins Ziel.

Max Verstappen überquerte die Ziellinie nach 63 Runden mit einem Vorsprung von 6.109 auf Lando Norris und sicherte sich damit seinen 65. Grand-Prix-Sieg.

Stimmen der Piloten nach dem Rennen:

Max Verstappen (Red Bull): \"Der Start selbst war nicht besonders toll, aber dann war ich immer noch auf der Außenlinie, im Grunde die normale Linie, und ich dachte mir: \'Nun, ich werde einfach versuchen, es außenherum zu schicken.\' Es hat wirklich gut funktioniert! Das hat natürlich unser Tempo freigesetzt, denn als wir in Führung lagen, war das Auto gut. Ich konnte auf meine Reifen achten und wir hatten heute eine sehr gute Pace.\"

\"Wieder eine massive Verbesserung vom Freitag, und darüber bin ich sehr froh. Das VSC war ziemlich praktisch für den Boxenstopp, und selbst auf der harten Mischung war unser Tempo, glaube ich, sehr stark. Dann gab es natürlich das Safety Car, so dass das Feld wieder zusammen war. Aber selbst beim Restart haben wir alles wirklich gut gemanagt und es nach Hause gebracht. Ich bin unglaublich stolz auf alle. Es war eine sehr wichtige Woche für uns, das Auto hat sich wirklich gut geschlagen, und auch die gesamte Ausführung des Rennens, wann man stoppen sollte, die Boxenstopps selbst, waren alle sehr gut.\"

Lando Norris (McLaren): \"Ein schwieriges Rennen, aber wir haben alles gegeben. Der frühe Stopp war nicht ideal, aber am Ende konnten wir uns zurückkämpfen. Es war ein hartes Duell mit Oscar, er hat sich gut gewehrt, aber ich hatte die frischeren Reifen und konnte es durchziehen. Ich bin sehr froh über Platz zwei und die Punkte für das Team. Wir müssen analysieren, was bei der Strategie schiefgelaufen ist, um daraus zu lernen.\"

Oscar Piastri (McLaren): \"Es ist frustrierend. Der Start war gut, aber die frühe Strategie hat uns das Rennen gekostet. Ich war dann auf sehr alten Reifen gefangen und konnte mich kaum noch verteidigen. Ich habe alles versucht, aber es war einfach nicht genug. Wir werden das im Team besprechen und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder passiert.\"

Alex Albon (Williams): \"Ein großartiges Ergebnis für uns. Wir haben die Strategie perfekt umgesetzt und konnten uns im Chaos vorne halten. Das Duell mit Leclerc war intensiv, aber fair. Ich bin froh, dass wir am Ende den fünften Platz zurückbekommen haben. Das zeigt, dass Williams auf dem richtigen Weg ist.\"

Lewis Hamilton (Ferrari): \"Es war ein hartes Rennen, aber ich bin stolz auf die Aufholjagd. Die Strategie hat sich ausgezahlt, besonders mit dem VSC und dem Safety Car. Ich habe alles gegeben und bin froh, hier in Imola für die Tifosi so ein Ergebnis erzielt zu haben. Es war ein solides Rennen für uns, und wir lernen mit jedem Wochenende dazu.\"

Charles Leclerc (Ferrari): \"Eine enttäuschende Platzierung. Ich bin mit der Strategie früh ins Risiko gegangen, was sich am Ende nicht ausgezahlt hat. Die alten Reifen am Ende waren ein Albtraum. Es tut mir leid für Alex, dass ich ihn ins Kies gedrängt habe, ich wollte den Platz verteidigen, aber es war zu viel. Wir müssen das genau analysieren und sicherstellen, dass wir aus unseren Fehlern lernen.\"

Nico Hülkenberg (Haas): \"Es war ein schwieriges Rennen für uns. Wir haben mit den Hard-Reifen am Start etwas gepokert, in der Hoffnung, im späteren Verlauf des Rennens einen Vorteil zu haben. Leider hat das nicht ganz funktioniert. Im Verkehr war es schwierig, Positionen gutzumachen, und am Ende haben uns die Safety-Car-Phasen auch nicht wirklich geholfen. Wir waren knapp außerhalb der Punkte, was natürlich frustrierend ist, aber wir nehmen die Erkenntnisse mit und arbeiten weiter daran, uns zu verbessern.\"

 

Ergebnisse
PosFahrer Start +/- Zeit / Abstand Intervall Schnellste Runde Stopps Pkt
1 2 +1 1:31:33.199 – 1:17.988 2 25
2 4 +2 +6.109 +6.109 1:18.311 2 18
3 1 -2 +12.956 +6.847 1:18.894 2 15
4 12 +8 +14.356 +1.400 1:18.265 2 12
5 7 +2 +17.945 +3.589 1:18.289 2 10
6 11 +5 +20.774 +2.829 1:19.048 2 8
7 3 -4 +22.034 +1.260 1:19.733 2 6
8 6 -2 +22.898 +0.864 1:19.836 2 4
9 9 0 +23.586 +0.688 1:19.473 2 2
10 20 +10 +26.446 +2.860 1:20.039 1 1
11 5 -6 +27.250 +0.804 1:19.894 2 0
12 17 +5 +30.296 +3.046 1:20.401 1 0
13 10 -3 +31.424 +1.128 1:20.398 2 0
14 15 +1 +32.511 +1.087 1:20.473 2 0
15 8 -7 +32.993 +0.482 1:20.501 2 0
16 16 0 +33.411 +0.418 1:20.345 2 0
17 19 +2 +33.808 +0.397 1:19.521 2 0
18 14 -4 +38.572 +4.764 1:20.630 3 0
Ausgeschieden
RundeFahrer Start +/- Ausfallgrund Schnellste Runde Stopps
44 13 A Defekt (Gaspedal) 1:20.620 1
27 18 A Technischer Defekt 1:21.413 1
Boxenstopps37 Stopps
RundeFahrer Stopp DauerGesamt
1 1. 30.506s 30.506s
9 1. 31.488s 31.488s
10 1. 29.634s 29.634s
10 1. 29.695s 29.695s
11 1. 29.784s 29.784s
11 1. 30.080s 30.080s
12 1. 30.163s 30.163s
12 1. 30.906s 30.906s
13 1. 30.973s 30.973s
14 1. 31.218s 31.218s
22 1. 30.317s 30.317s
28 1. 29.513s 29.513s
29 1. 29.991s 29.991s
29 1. 30.471s 30.471s
29 1. 30.123s 30.123s
29 1. 30.051s 30.051s
29 1. 29.949s 29.949s
29 2. 31.898s 1:01.532s
29 1. 30.184s 30.184s
29 1. 31.414s 31.414s
29 2. 30.754s 1:00.538s
29 1. 29.807s 29.807s
29 2. 30.635s 1:00.715s
29 2. 32.003s 1:03.491s
29 2. 30.291s 59.986s
29 2. 30.605s 1:01.511s
30 2. 30.609s 1:01.582s
31 2. 56.757s 1:28.171s
46 2. 29.657s 59.648s
46 2. 31.675s 1:01.188s
46 2. 29.950s 59.899s
46 2. 30.096s 1:00.219s
46 2. 30.886s 1:01.049s
46 2. 34.496s 1:05.714s
46 2. 31.107s 1:01.424s
46 3. 29.917s 1:31.428s
47 2. 29.786s 1:00.257s
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