Im 2. Freien Training zum Großen Preis von Belgien hat sich das Bild gegenüber dem Vormittag deutlich gedreht: Kimi Antonelli sicherte sich im Mercedes mit einer Zeit von 1:45.944 die Bestzeit, vor Lando Norris im McLaren und Max Verstappen im Red Bull. Die Session wurde gleich zweimal durch rote Flaggen unterbrochen, einmal wegen Kies auf der Strecke und einmal wegen eines heftigen Abflugs von Pierre Gasly. Nico Hülkenberg beendete das Training im Audi auf Platz 17.
Nach einem eher zurückhaltenden ersten Training zeigte Mercedes im zweiten Durchgang in Spa-Francorchamps deutlich mehr Biss. Kimi Antonelli, der als WM-Spitzenreiter mit 25 Punkten Vorsprung nach Belgien gereist war, übernahm bereits auf dem Medium-Reifen mit 1:46.911 die Führung und blieb anschließend auch auf dem weichen Reifen die Referenz. Mit seiner Bestzeit von 1:45.944 war er als einziger Fahrer unterhalb der 1:46er-Marke unterwegs.
Dahinter steigerte sich Lando Norris im McLaren im Laufe der Session deutlich und kam der Bestzeit bis auf 0,190 Sekunden nahe. Für ihn steht wegen einer neuen Steuerelektronik am Sonntag ohnehin eine Startplatzstrafe von zehn Rängen fest, die Ausgangslage für das restliche Wochenende verbessert er mit dieser Leistung aber deutlich. Max Verstappen, der das Vormittagstraining noch angeführt hatte, kam im zweiten Training nicht mehr an die Spitzenzeiten heran und wurde mit 0,472 Sekunden Rückstand Dritter.
Der Ferrari-Pilot Lewis Hamilton und Isack Hadjar (Red Bull) komplettierten mit den Rängen vier und fünf ein enges Mittelfeld knapp hinter den Top 3. Oscar Piastri musste zunächst rund 20 Minuten pausieren, da sein McLaren nach dem hydraulischen Problem aus dem ersten Training in der Box neu aufgebaut werden musste. Trotz der verpassten Zeit reihte er sich am Ende auf Platz sechs ein.
Bei Ferrari lief es unterschiedlich: Während Hamilton mit Platz vier überzeugte, wurde eine schnelle Rundenzeit von Charles Leclerc wegen einer Streckenüberschreitung am Raidillon gestrichen, sodass der Monegasse nur auf Platz elf landete – rund 1,5 Sekunden hinter Antonelli.
Für die zweite Unterbrechung der Session sorgte gut zehn Minuten vor Schluss ein heftiger Unfall von Pierre Gasly. Der Franzose verlor am Ausgang der Fagnes-Schikane das Heck seines Alpine, rutschte durch den Kies und schlug mit dem rechten Hinterrad in die Streckenbegrenzung ein. Der Heckflügel und die rechte Fahrzeugecke wurden dabei stark beschädigt, Gasly blieb jedoch unverletzt. Bereits rund 20 Minuten zuvor hatte eine erste rote Flagge wegen Kies auf der Strecke bei Stavelot für eine kurze Unterbrechung gesorgt.
Nico Hülkenberg kam im zweiten Audi nicht über Platz 17 hinaus, mit 2,389 Sekunden Rückstand auf Antonelli. Teamkollege Gabriel Bortoleto war mit Platz 13 der schnellere Audipilot. Für Hülkenberg, der nach dem Saisonfinale 2025 in Abu Dhabi noch immer auf seinen ersten Punkt der laufenden Saison wartet, bleibt nach dem ersten Trainingstag in Spa noch Arbeit, um am Wochenende vorne mitzumischen.
Im weiteren Feld sortierten sich Franco Colapinto (Alpine) auf einem starken siebten Platz sowie George Russell (Mercedes) auf Platz acht ein – der Brite blieb dabei 1,285 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Antonelli zurück und musste über Funk einräumen, dass die Hinterreifen zu kalt gewesen seien. Die beiden Racing-Bulls-Piloten Arvid Lindblad und Liam Lawson komplettierten mit den Plätzen neun und zehn die Top 10.
Dahinter folgten Oliver Bearman (Haas), Bortoleto, Esteban Ocon (Haas), Alex Albon und Carlos Sainz (beide Williams) auf den Plätzen 12 bis 16. Hinter Hülkenberg reihten sich der havarierte Pierre Gasly sowie die beiden Cadillac-Piloten Valtteri Bottas und Sergio Pérez ein. Die Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll und Fernando Alonso bildeten mit über fünf Sekunden Rückstand das Schlusslicht der Zeitenliste.
Nach zwei durchwachsenen bis turbulenten Trainingssessions steht Mercedes nach dem ersten Tag in Spa wieder als Maßstab da, während Red Bull nach der starken Vormittagsvorstellung im zweiten Training an Boden verlor. Auch Ferrari und McLaren zeigten sich konkurrenzfähig, sodass sich vor dem Qualifying am Samstag ein enger Kampf um die Spitzenpositionen andeutet.