Kimi Antonelli hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Belgien die Pole Position gesichert. Mit einer Bestzeit von 1:44.361 setzte sich der Mercedes-Pilot in einem engen Q3 mit 0,317 Sekunden Vorsprung gegen Max Verstappen durch. Lando Norris fuhr zwar die drittbeste Zeit, wird wegen einer Startplatzstrafe aber nur von Position 13 ins Rennen gehen. Neben Norris müssen auch Isack Hadjar, Fernando Alonso und Lance Stroll wegen Antriebseinheit-Wechseln Strafversetzungen hinnehmen. Nico Hülkenberg schied im Audi in Q2 aus und wird nach den Strafen der Konkurrenz von Startplatz 12 ins Rennen starten.
Q1
Die erste Qualifying-Phase verlief ohne größere Überraschungen. Aus dem Feld ausscheiden mussten Alex Albon, Esteban Ocon, Valtteri Bottas, Sergio Pérez sowie die beiden Aston-Martin-Piloten Fernando Alonso und Lance Stroll, die damit die letzte Reihe der Session belegten. Besonders eng wurde es am Ende von Q1: Albon verpasste den Einzug in die nächste Phase um lediglich sieben Tausendstelsekunden gegen Oliver Bearman.
Q2
In der zweiten Phase setzte sich der Kampf um die Top-10-Plätze fort. Am Ende hatten Liam Lawson, Pierre Gasly, Franco Colapinto, Nico Hülkenberg, Carlos Sainz und Oliver Bearman das Nachsehen. Besonders knapp war das Duell um den letzten Q3-Platz: Gabriel Bortoleto setzte sich gegen Lawson um lediglich 0,039 Sekunden durch. Nico Hülkenberg schaffte es hinter den beiden Alpine-Piloten nur auf Platz 14 und musste sein Auto auf der Fahrt zurück an die Box wegen eines Hydrauliklecks vor der Kurve Pouhon abstellen – ein Vorfall, der den Beginn von Q3 kurzzeitig verzögerte.
Q3
Im entscheidenden Showdown um die Pole Position setzte zunächst Lando Norris die Bestmarke, die zwischenzeitlich von niemandem unterboten werden konnte. Kurz vor Schluss sorgte ein Ausritt von Oscar Piastri bei Stavelot mit Kies auf der Strecke für eine kurze Unterbrechung durch die rote Flagge. Beim finalen Versuch drehte dann Kimi Antonelli auf und fuhr aus eigener Kraft mit 1:44.361 die Bestzeit der Session. Max Verstappen profitierte auf seiner letzten Runde von einem Windschatten seines Teamkollegen Isack Hadjar durch den letzten Sektor, blieb damit aber dennoch 0,317 Sekunden hinter Antonelli zurück und wurde Zweiter. Norris blieb im McLaren bei seiner Zeit von seinem ersten Versuch und wurde Dritter, ehe seine bereits feststehende Startplatzstrafe ihn auf der Startaufstellung zurückwirft.
Dahinter reihten sich George Russell, Charles Leclerc, Lewis Hamilton, Oscar Piastri, Arvid Lindblad und Gabriel Bortoleto ein. Den zehnten und letzten Q3-Platz belegte Isack Hadjar, ohne selbst noch eine eigene schnelle Runde zu fahren – er opferte seinen letzten Versuch, um Verstappen den entscheidenden Windschatten zu geben. Vor Beginn der Session hatte sich Oscar Piastri zudem über Funk kritisch zu mehreren aus seiner Sicht unsicheren Boxenausfahrten bei Audi geäußert, während er in der Boxengasse auf seinen eigenen Start wartete.
Strafen und Strafversetzungen
Das Qualifying-Ergebnis wird die Startaufstellung am Sonntag nur bedingt widerspiegeln, denn gleich vier Fahrer müssen wegen Wechseln an der Antriebseinheit Plätze abgeben. Lando Norris überschritt mit einer bereits vierten in dieser Saison verbauten Steuerelektronik sein Kontingent und wird um zehn Plätze zurückversetzt – aus Startplatz drei wird so Startplatz 13, wovon Mercedes-Pilot George Russell profitiert und auf Startplatz drei vorrückt.
Noch deutlicher trifft es Isack Hadjar: Bei seinem Red Bull wurden Verbrennungsmotor, Turbolader und Abgasanlage getauscht, wodurch mehrere Kontingente gleichzeitig überschritten wurden. In der Summe ergibt sich daraus eine Strafversetzung von 30 Plätzen, was gemäß Reglement einem Start vom Ende des Feldes gleichkommt. Bei Teamkollege Max Verstappen wurden zwar dieselben Bauteile gewechselt, da er das zulässige Maximum aber noch nicht überschritten hatte, blieb er straffrei.
Auch bei Aston Martin gab es gleich zwei Strafversetzungen: Fernando Alonso überschritt mit dem Wechsel von Energiespeicher, Verbrennungsmotor und einer Nebenkomponente ebenfalls mehrere Kontingente und kassiert dafür 20 Strafplätze, die ihn ebenfalls ans Ende des Feldes verweisen. Lance Stroll erhält für den Einbau einer neuen MGU-K eine Strafversetzung von zehn Plätzen, was sich angesichts der Aston-Martin-Rückstände am Wochenende kaum auswirken dürfte.
Durch das Zusammenspiel der Strafen rutscht auch Nico Hülkenberg trotz des Ausscheidens in Q2 in der Startaufstellung noch auf Platz 12 nach vorne.